http://www.zahnersatz-spezial.de/ - © Kuratorium perfekter Zahnersatz e.V., Frankfurt am Main

Psychosomatische Aspkete

Die generelle Aussage, dass Leib und Seele sich gegenseitig beeinflussen, gilt auch für die Zähne oder besser gesagt für das "Kauorgan".

Unter dem Kauorgan versteht man die funktionelle Einheit aller Gewebe, die am Kau- und Schluckvorgang beteiligt sind, also die Zähne, den Kieferknochen, die Kiefergelenke und die Kaumuskulatur, samt dem dazugehörenden Gefäß- und Nervensystem. Die Zahnreihen des Oberkiefers und des Unterkiefers stellen komplizierte, fein aufeinander abgestimmte Strukturen dar, deren störungsfreie Funktion nicht nur für die Aufbereitung der Nahrung von wesentlicher Bedeutung ist.

Funktionelle Störungen des Kauorgans

Störungen im Zusammenspiel der Zahnreihen gegeneinander können sich u. a. negativ auf die Kaumuskulatur oder auf das Kiefergelenk auswirken. Die Symptome reichen z. B. von Verspannungen der Kaumuskulatur über Knack- oder Reibegeräusche in den Kiefergelenken bis hin zu starken Kopf- oder Gesichtsschmerzen. Abhängig von der Dauer und der Stärke dieser Störungen kann die Beweglichkeit des Unterkiefers so stark eingeschränkt sein, dass die Nahrungsaufnahme erheblich erschwert ist.

Dass derartige Krankheitsbilder sich nicht nur auf das körperliche, sondern auch auf das seelische Wohlbefinden auswirken, liegt auf der Hand. Auf der anderen Seite ist, wie man es am Beispiel des Zähneknirschens einfach ableiten kann, bekannt, dass auch seelische Konflikte ihren Wirkungsort im Kauorgan haben können. Auf diese Weise können, obwohl keinerlei Störungen im Zahnreihenschluss vorliegen, schmerzhafte Erkrankungen im Kiefergelenk oder in der Kaumuskulatur provoziert werden.

Der Zahnarzt steht bei derartigen - so genannten funktionellen - Störungen des Kauorgans vor der Aufgabe, die körperlichen von den seelischen Ursachen zu trennen. Dabei wird er zunächst einmal nach körperlichen Fehlfunktionen, also z. B. nach Fehlern beim Zahnreihenschluss, suchen. Er muss sich jedoch immer bewusst sein, dass auch seelische Ursachen hinter dem Erkrankungsbild stehen können. Dies insbesondere dann, wenn trotz gründlicher Untersuchung keine fassbaren körperlichen Funktionsstörungen im Kauorgan zu finden sind.


Überwiegen die körperlichen Ursachen, kann der Zahnarzt durch die Verbesserung des Zahnreihenschlusses, z. B. durch Einschleifen der Fehlkontakte, in der Regel eine Besserung der Beschwerden bewirken. Als Therapiemittel kommen für die Initialbehandlung auch so genannte Okklusions- oder Aufbiss-Schienen in Frage. In manchen Fällen muss zur definitiven Therapie der Kauflächenkomplex einer oder beider Zahnreihen neu gestaltet werden.

Hier setzt die Mitarbeit des Zahntechnikers ein, welcher im Zusammenhang mit der Herstellung von festsitzendem oder abnehmbarem Zahnersatz, nach den Unterlagen des Zahnarztes, die Kauflächen der Zähne bzw. der Zahnreihen neu aufbaut. Damit diese funktionell richtig hergestellt werden können, benötigt der Zahntechniker vom Zahnarzt möglichst genaue Registrierungen der Bewegungsbahnen des Unterkiefers des entsprechenden Patienten. Anhand dieser Informationen programmiert der Zahntechniker den Artikulator, ein Gerät, welches die Bewegungen des Unterkiefers des Patienten reproduzieren kann. Im Artikulator können so, unter Nachahmung der individuellen Bewegungsabläufe des Unterkiefers des Patienten, die Kauflächen neu und funktionsgerecht gestaltet werden.

Seelische Beschwerden

Fehlen körperliche Befunde, kann daraus nicht zwangsläufig abgeleitet werden, dass seelische Gründe im Vordergrund stehen. Eine derartige Feststellung ist nur dann berechtigt, wenn ein plausibler Zusammenhang zu seelischen Konflikten, unter denen der Patient steht, hergestellt werden kann.

In diesen Fällen liegt die primäre Aufgabe der Beschwerdelinderung nicht beim Zahnarzt, sondern beim Psychotherapeuten. Der Patient muss allerdings akzeptieren, dass eine seelische Störung keinen Makel darstellt. Hier ist noch Aufklärungsarbeit zum Wohle der betroffenen Patienten zu leisten. Natürlich können körperliche und seelische Ursachen kombiniert auftreten, was umso mehr die enge Kooperation zwischen Zahnarzt und Psychotherapeuten erfordert.

Kennen Sie Q_AMZ?

Die Marke der Meisterlabore der Zahntechniker-Innungen, Q_AMZ, steht für die starke Zusammenarbeit zwischen Zahnärzten und Dentallaboren vor Ort.

www.q-amz.de

Fachliche Frage?

Der wissenschaftliche Beirat des Kuratoriums beantwortet gerne Ihre schriftlich oder per Email eingereichte Frage zur Zahntechnik, die beispielsweise die Wahl des Materials oder die Versorgungsformen mit Zahnersatz betreffen kann.

Kontaktformular
pressestelle@kuratorium-perfekter-zahnersatz.de