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Gesundheitlicher Nutzen von Zahnersatz

In der modernen Zahnheilkunde hat sich das Spektrum dessen, was durch zahnmedizinische Maßnahmen als Gesundheitsziel anzustreben ist, über die rein körperlich-funktionalen Aspekte hinaus erweitert: Mundgesundheit ist nach einer neueren Definition "die Fähigkeit, ein breites Spektrum an Nahrungsmitteln zu zerkauen und zu essen, deutlich zu sprechen, ein sozial akzeptables Lächeln sowie ein entsprechendes dentofaziales Profil zu besitzen, sich im Mundbereich wohl zu fühlen, frei von Schmerzen zu sein und einen frischen Atem zu haben".

Der Nutzen der Zähne, der Nutzenverlust durch verloren gegangene Zähne und der Nutzenrückgewinn durch prothetische Versorgung bemisst sich daher vor allem an physiologischen und psychosozialen Dimensionen von Mundgesundheit. Zu den physiologischen Dimensionen gehören der Erhalt oraler Strukturen, der Einfluss auf die Nahrungsaufnahme, die Kaufähigkeit, die Sprache, die Ästhetik und der Tragekomfort. Ganz aktuell wird auch ein Einfluss auf das Hörvermögen diskutiert.

Erhalt oraler Gewebe

Unabhängig von einer Beeinträchtigung des Kauorgans und deren Folgen durch kranke Zähne kann der kranke Zahn selbst zum Krankheitsherd für den Organismus werden. Kranke, bakteriell besiedelte Zähne können Infektionsherde darstellen, von denen ausgehend es zu Eiterungen und Abszessbildungen im Kieferbereich kommen kann.

Durch das Einschwemmen von Bakterien in die Blutbahn kann es unter bestimmten Bedingungen - zum Beispiel bei Patienten mit künstlichen Herzklappen oder künstlichem Organersatz - zu schweren, lebensbedrohlichen bakteriellen Erkrankungen kommen. Kranke Zähne können unangenehmen Mundgeruch verursachen. Ob kranke Zähne durch mechanische Irritationen der Schleimhäute die Entstehung bösartiger Tumoren von Lippen und Zunge begünstigen - neben den Einflüssen von Tabak und Alkohol - wird immer wieder diskutiert. Ein schlüssiger Beweis liegt hierfür nicht vor.

Strukturerhaltung, Verbesserung der Kaufähigkeit

Verringerte Kaufähigkeit ist messtechnisch nach jedem Zahnverlust nachweisbar. Sie wird aber auch ohne Zahnersatz als zumindest teilweise kompensierbar angesehen, wobei die Adaptation auch eine Veränderung der Speisegewohnheiten umfassen wird.

Neuere Untersuchungen weisen darauf hin, dass Zusammenhänge zwischen insuffizientem Zahnersatz und Fehl- bzw. Mangelernährung bei älteren Menschen belegt werden können. Hierüber berichtet Prof. Wöstmann ("Zahnersatz und Gesundheit von Senioren"). Ein spezielles Problem stellt die Kaufähigkeit im parodontal geschädigten Gebiss dar. Festsitzender Zahnersatz kann übermäßige horizontale Kräfte auf die vorhandenen Restparodontien verteilen und die Folgen einer Parodontitis mildern (mehr Kaukomfort mit stabilisierten Zähnen; Vermeidung schädlicher Okklusalkontakte auf bereits gelockerten Zähnen; Extraktionsmöglichkeiten unter zirkulär verblocktem Zahnersatz).

Dies stellt allerdings keine kausale Therapie dar. Zahnersatz unterstützt die normale Adaptationsfunktion des Kauorganes, d. h. das Gebiss kann Einbußen durch Zahn- bzw. Strukturverluste in gewissen Grenzen kompensieren. Werden die Grenzen überschritten, besteht aber die Gefahr der Destabilisierung des Lückengebisses nach Zahnverlust: Zahnersatz hat die Aufgabe, diese Veränderungen im Zahnbogen (Kippung, Elongation, Drehung, Zahnwanderung, Entstehung hygienisch ungünstiger Situationen, okklusale Disharmonie) zu vermeiden oder zu reduzieren.

Auf diese Weise trägt Zahnersatz zur Erhaltung von Zahn, Alveolarfortsatz, Knochen, Muskulatur und Kiefergelenkfunktion bei.

Vermeidung von Bisslageänderungen und Verminderung der vertikalen Kieferrelation

Mit Hilfe von Zahnersatz können okklusale Disharmonien gemildert werden, die ihrerseits als ätiologischer Faktor für Dysfunktionssyndrome in Frage kommen. Als Risiken bei Nichtversorgung oder inadäquater Versorgung werden nach Ablauf von Monaten und Jahren neben strukturellen Veränderungen auch funktionelle Störungen sichtbar.

Phonetik

Viele Lautfehlbildungen enstehen durch Zahnverlust oder lokale orale Strukturverluste. Insbesondere Frontzahnlücken führen kurzfristig zu erheblichen Sprachproblemen.

Die lange Phase der Adaptation wird von vielen Patienten nicht hingenommen. Zahnersatz hilft in diesem Fall sofort.

Ästhetik

Hier sind die psycho-sozialen und emotionalen Funktionen des Zahnersatzes angesiedelt. In hochzivilisierten Ländern werden sichtbare Zahnlücken nicht akzeptiert, ohne dass eine Ausgrenzung stattfindet. Zahnlücken werden mit Krankheit und geringer sozialer Stellung assoziiert.

Eine störungsfreie Teilnahme am Gemeinleben ist mit unvollständiger, unversorgter Frontbezahnung nicht möglich. Der plötzliche Verlust von vielen Zähnen und die Eingliederung von umfangreichem Zahnersatz führt in der Regel zu erheblichen Problemen, die durch die sukzessive Eingliederung von lückenangepasstem Ersatz gemildert werden können. Die ästhetischen Ansprüche sind jedoch sehr unterschiedlich, so dass von der Basisästhetik einer vollständigen Zahnreihe als "need-treatment" ausgehend, auch "want-treatment"-Komponenten bei gehobenen Ansprüchen diskutiert werden müssen.

Hörvermögen

Aktuelle Studien (Peeters et al. 2002) weisen darauf hin, dass Schwerhörigkeit und Zahnverlust mit Verlust der vertikalen Dimension - alters- und geschlechtsunabhängig - miteinander korreliert sind.

Die Korrektur der Zahnlosigkeit bzw. der vertikalen Dimension hatte einen positiven Einfluss auf das Hörvermögen. Die Gründe sind bisher nicht klar und bedürfen weiterer Untersuchungen. Man vermutet eine Verbesserung der Knochen-Schallleitung.

Komfort und Gewöhnung

Sicher verankerter Zahnersatz (z. B. Teleskop-Prothesen, implantatgestützter Zahnersatz) wird vom Patienten als sehr angenehm empfunden. Dies spiegelt sich auch deutlich in den Umfrageergebnissen wider (vgl. Abb. 1). Zahnmedizinischer Fortschritt wird honoriert.

Die Inkorporation von Zahnersatz wird deutlich erleichtert, wenn dieser nur als palliative Lösung bzw. als Übergangslösung zu anderen Zahnersatzformen (z. B. Totalersatz) gedacht ist und die Gewöhnung an Zahnersatz (Adaptation) ermöglichen soll. Ziel ist u. a., dass eine hygienische Verhaltensweise im Zusammenhang mit Zahnersatz und seine Handhabung zu einem Zeitpunkt erlernt werden, an dem dies noch möglich ist.

Psychosoziale Dimensionen

Unter den psychosozialen Dimensionen sind Lebensqualität, Zufriedenheit, positives orales Körpergefühl, Selbstvertrauen und Kommunikationsfähigkeit zu nennen. Hierüber hat die DGZPW auf ihrer Jahrestagung in Dresden 2002 neue Erkenntnisse gesammelt, über die berichtet wird.

Die sofortige Kompensation des Zahnverlustes durch Zahnersatz hat für viele Menschen eine wichtige emotionale Komponente. Zahnverlust kann zu Trauer führen, zu herabgesetztem Selbstbewusstsein, zu einem veränderten Selbstbild, einer Abneigung gegen das eigene Äußere, empfundenem vorzeitigem Altern sowie zu verändertem Verhalten im sozialen Umfeld und beim Eingehen engerer Beziehungen.

Die Ergebnisse von Fiske und Mit. (1998) sowie Davies und Mit. (2000) machen deutlich, dass Zahnverlust neben den objektiven auch ausgeprägte subjektive Einschränkungen und Behinderungen nach sich ziehen kann, mit entsprechenden Auswirkungen auf das tägliche Leben.

Die Verbesserung der Wundheilung und die sofortige Kompensation von Zahnverlust hat für viele Menschen eine wichtige psychosoziale Funktion.

Ohne Zahnersatz fühlen sich (partiell) zahnlose Menschen äußerst unbehaglich, empfinden sich als gealtert und zurückgesetzt. Denn wesentliche Voraussetzung für eine adäquate psychosoziale Kommunikationsfähigkeit ist das ästhetische Erscheinungsbild der Mundregion. Sprache, Lachen, Lächeln sind nicht nur wesentliche Bestandteile der verbalen und nonverbalen Kommunikation, sie bedeuten auch Lebensqualität.


Fragt man die Wissenschaft, auf welche Lebensbereiche Zähne und Zahnersatz eine Wirkung ausüben, so wird die Kaufunktion an erster Stelle (75 %) genannt. Weitere häufig erhobene Kriterien waren: "Ästhetik" (67 %), "Sprachfunktion" (58 %) und "Komfort" des Zahnersatzes. Am seltensten wurde nach den für den Patienten relevanten Kosten gefragt (6 %) (vgl. Strassburger, Kerschbaum, 2002).

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