http://www.zahnersatz-spezial.de/ - © Kuratorium perfekter Zahnersatz e.V., Frankfurt am Main

Fehlbildungen

Anomalien der Zahngröße, Zahnzahl und Zahnform sowie Entwicklungsstörungen der Zahnhart-gewebe sind - neben der Behandlung kariöser Zahnschäden - häufige Ursachen für therapeutische Eingriffe bei Kindern.

Die normale Zahnentwicklung, die sich über einen Zeitraum von mehr als 10 Jahren hinzieht, kann leicht durch erblich bedingte Fehlsteuerungen, Stoffwechselstörungen, Allgemeinerkrankungen sowie durch entzündliche oder chemische Irritationen gestört werden.

Variationen der Zahnzahl

Sowohl im Milch- als auch im Wechselgebiss kann die normale Zahl der Zähne überschritten werden. Viel häufiger sind allerdings Zahnunterzahlen, die unterschiedlich stark ausgeprägt sein können. Das völlige Fehlen der Zähne (totale Anodontie) kommt sehr selten vor. Einzelne Zahnunterzahlen treten häufig im Bereich der Weisheitszähne, des zweiten kleinen Backenzahnes und der seitlichen, oberen Schneidezähne auf. 2 bis 10 % aller Menschen sind von solchen Zahnunterzahlen betroffen. Zahnunterzahlen werden häufig auch im Zusammenhang mit Syndromen (z. B. Down-Syndrom) und anderen Allgemeinerkrankungen beobachtet.

Abweichungen der Zahngröße und der Zahnform

Abweichungen der Zahnform kommen bei oberen seitlichen Schneide- und Weisheitszähnen am häufigsten vor. Diese Zähne können beispielsweise als Zapfenzähne ausgebildet sein. Eine besonders auffällige Variation der Zahnform stellt der "eingestülpte Zahn" (Dens invaginatus) dar. Diese Fehlbildung entsteht durch Einstülpung der Oberfläche einzelner Zähne und findet sich bei 0,25 % bis 10 % der Bevölkerung. Sie sollte möglichst frühzeitig entdeckt und einer angemessenen (vorbeugenden) Behandlung zugeführt werden, damit weitergehende Schäden verhindert werden.

Entwicklungsstörungen der Zahnhartsubstanzen

Hier sind zunächst die erblichen Erkrankungen zu nennen, bei denen primär der Schmelz und/oder das Dentin betroffen sind. Sie treten meistens allein auf, können aber auch mit allgemeinen Erkrankungen vergesellschaftet sein.

Erblich bedingte Störungen

Bei der erblich bedingten Entwicklungsstörung des Schmelzes (Amelogenesis imperfecta) ist die Funktion der schmelzbildenden Zellen gestört, so dass chemisch, mengenmäßig oder vom Aufbau her schlechter Schmelz gebildet wird.

Dabei ist die Struktur des Zahnbeins (Dentins) normal. Eine Amelogenesis imperfecta kann sich beispielsweise so auswirken, dass die Zahnkronen Tonnenform haben und sich auf den freien Flächen der Zähne zahlreiche Grübchen im Schmelz finden. Die erbliche Störung der Dentinbildung (Dentinogenesis imperfecta) gehört mit einem Vorkommen von 1 : 8000 zu den am häufigsten vorkommenden Erbkrankheiten. Sie kann allein oder zusammen mit einer Knochenbildungsstörung (Osteogenesis imperfecta) auftreten. Von dieser Erkrankung sind sowohl alle Milchzähne als auch alle bleibende Zähne betroffen.

Die betroffenen Milchzähne haben eine bernsteinfarbene Optik, bei den bleibenden Zähnen ist eher eine bläulichgraue Färbung zu beobachten. Bei dieser Erkrankung nutzen sich die Zähne sehr schnell ab, weil der Schmelz frühzeitig absplittert.

Nicht-erbliche Schmelzbildungsstörungen (Schmelzhypoplasien)

Diese sichtbaren Schmelzbildungsstörungen können sich nur während der Entwicklung der Zahnkronen ausbilden. Für die Entstehung gibt es ein eng begrenztes Zeitfenster, das für die Milchzähne bis zum Ende des ersten Lebensjahres, für die bleibenden Zähne bis zum Ende des siebten Lebensjahres reicht.

Schmelzhypoplasien sind deutlich sichtbare Schmelzdefekte, die unterschiedlich stark ausgeprägt sein können. Sie kommen dadurch zustande, dass die schmelzbildenden Zellen geschädigt oder in ihrem Stoffwechsel vorübergehend gestört werden.

 

Die Störung kann dabei allgemeiner Art sein (z. B. eine Störung des Stoffwechsels oder ein Vitaminmangel) oder örtlich begrenzt (Infektionen, Unfall). Eine chemische Schädigung kann durch Medikamente (wie z. B. das Antibiotikum Tetrazyklin) hervorgerufen werden.

Fachliche Frage?

Der wissenschaftliche Beirat des Kuratoriums beantwortet gerne Ihre schriftlich oder per Email eingereichte Frage zur Zahntechnik, die beispielsweise die Wahl des Materials oder die Versorgungsformen mit Zahnersatz betreffen kann.

Kontaktformular
pressestelle@kuratorium-perfekter-zahnersatz.de