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03.12.2015 Kategorie: Aktuelles

Allergien und Dentalmaterialien

Auf Konformitätserklärung achten, um Materialmix zu vermeiden


Brennen in Mund, wunde Stellen oder ein Ekzem. Wenn diese Beschwerden nicht mehr richtig heilen, kann es sich oft um eine Allergie handeln. Doch die Suche nach dem Auslöser ist oft schwierig. Auch Materialien, die bei Zahnersatz verwendet werden, können ein Auslöser sein. Doch gibt es in der modernen Zahnmedizin und Zahntechnik durch eine Vielzahl von Materialien auch alternative Möglichkeiten. Doch auch die Vielzahl der Werkstoffe, angefangen von Klebern, Zementen und Abformmaterialien über  Kunststoffe und Keramiken hin zu Amalgam, Gold, Titan und Legierungen (Mischungen verschiedener Metalle), können problematisch sein.. „Es kommt vor, dass ein Patient bis zu zwanzig verschiedene Materialien im Mund hat. Dadurch erhöht sich das Risiko einer allergischen Reaktion“, sagt Professor Jürgen Geis-Gerstorfer, der wie Lauer dem wissenschaftlichen Beirat des KpZ angehört. Der Experte für dentale Materialien leitet die  Sektion Medizinische Werkstoffkunde und Technologie am Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde der Eberhard-Karls-Universität in Tübingen.

Wichtig ist deshalb, genau zu wissen, welche Materialien verwendet werden und mit dem Zahnarzt vor Beginn der Behandlung über die Allergie zu sprechen. Zahnersatz verbleibt oft Jahrzehnte im Mund. Gerade deshalb sollten Unterlagen darüber lange aufbewahrt werden, denn auf der Konformitätserklärung, die entweder der Rechnung beiliegt oder oft bereits auf der Rechnung enthalten ist, müssen alle verwendeten Materialien genau aufgeführt werden. Im Falle einer erneuten Behandlung kann dadurch bereits im Vorfeld mit dem Zahnarzt geklärt werden, welche Materialien zusätzlich infrage kommen oder auf Materialien, die sich bereits bewährt haben, zurückgegriffen werden. Eines ist aber sicher, Materialien, die in deutschen Dentallaboren verwendet werden, sind alle CE-geprüft. Das bedeutet, die verwendeten Werkstoffe haben gesetzlich genau definierte Prüfungen durchlaufen. Entscheidend ist im Wesentlichen aber auch, dass sie im Meisterlabor fachgerecht verarbeitet werden.

Weitere Fragen zu Allergien und Dentalmaterialien beantwortet KpZ-Experte Professor Jürgen Geis-Gerstorfer im Interview auf mein-Allergie-Portal.com 



Hinweise zu Dentalmaterialien:

Keramik: kaum von natürlichen Zähnen zu unterscheiden

Geht es um Ästhetik, liegen moderne Vollkeramiken ganz vorne. Sie ahmen das natürliche Schimmern des Zahnschmelzes nach und sind von den eigenen Zähnen nur vom Fachmann zu unterscheiden. Gleichzeitig ist Vollkeramik  biokompatibel, sie wird also vom Körper gut vertragen und ist auch für Allergiepatienten geeignet.´

Besonders hochwertig ist die Zirkonoxid-Keramik. Ursprünglich in der Raumfahrtechnologie verwendet, hält Zirkonoxid heute auch starken Kaukräften im Mund stand. Erprobte Fertigungsverfahren machen sie stabil und belastbar, dass sie sogar nächtliches Zähneknirschen aushält. Deshalb ist sie auch für Kronen und kleinere Brücken im Backenzahnbereich verwendbar.

Kunststoffe: weniger stabil als Keramik

Alle dentalen Werkstoffe werden sorgfältig auf Verschleiß getestet. So auch die Kunststoffe. Durch Füllstoffe verstärkte Kunststoffe heißen in der Fachwelt „Komposite“ und enthalten Zusätze wie Glas oder Quarz. Häufig werden Komposite für im Mund gefertigte Füllungen oder Veneers verwendet. Versorgungen aus Kompositen sind ebenfalls zahnfarben. Sie sind günstiger als solche aus Keramik, allerdings weniger stabil.

Hinzu kommt, dass Kunststoffe sich mit der Zeit verfärben können. Vor allem starke Raucher und alle, die gerne Kaffee, Tee oder Rotwein trinken, sollten daher besonders gründlich die Zähne putzen. Sorgfältiges und professionelles Reinigen der Prothese ist ebenfalls wichtig. Zahnersatz aus Kompositen wird in der Regel gut vertragen. Für Allergiepatienten gibt es speziell gefertigte biokompatible Kunststoffe.

Metalle für Zahnersatz: bewährt und haltbar

Günstige Versorgung: Nicht-Edelmetalle, auch NEM-Legierungen genannt, werden verwendet, wenn sich Patienten vergleichsweise preiswerten Zahnersatz wünschen. Fehlt beispielsweise in einer geschlossenen Zahnreihe ein Zahn, sieht die sogenannte Regelversorgung eine Brücke aus einer Nichtedelmetall-Legierung vor. Je nachdem, an welcher Stelle der Zahn fehlt, übernimmt die Krankenkasse auch die Kosten für eine zahnfarbene Verblendung im sichtbaren Bereich, beispielsweise aus Keramik oder Kunststoff. Nicht-Edelmetalle sind leichter und formstabiler als Edelmetalle und überwiegend auch gut verträglich.

Legierungen aus Edelmetallen gelten als besonders hochwertig. Gold-Legierungen bestehen üblicherweise zu mindestens 75 Massenprozent aus Gold. Deutsche Dentallabore verwenden nur hochkarätige und geprüfte Edelmetall-Legierungen, die sorgfältig verarbeitet werden müssen. So ist die Materialreinheit für alle Inhaltsstoffe gegeben und der Zahnersatz wird auch von Allergiepatienten gut vertragen.

Bei Patienten mit Metallallergien oder Elektrosensibilität empfiehlt sich jedoch die Vollkeramik. Zahnersatz aus Edelmetallen und NEM-Legierungen wird häufig verblendet, um ein natürliches Aussehen zu erzielen. Ideal ist eine Verblendung aus Keramik, denn diese ist abriebfest, verfärbungssicher und biologisch hochverträglich. Zahnarzt und Zahntechniker sind also gefragt, gemeinsam mit dem Patienten die beste Lösung bei der  Materialauswahl zu treffen.


Berufsbild des Zahntechnikers

Welche Anforderungen stellt der Beruf an Auszubildende und welche Fähigkeiten müssen Interessierte mitbringen? Diese Internetseiten geben Aufschluss:

www.beroobi.de
www.br-online.de
BERUFENET
www.abi.de
www.azubitv.de

Rundgang im Dentallabor

Schon mal ein zahntechnisches Labor von innen gesehen? Was passiert hinter den Kulissen, nachdem der Zahnarzt einen Abdruck des Kiefers genommen hat? Verschaffen Sie sich online einen Eindruck davon. Oder besuchen Sie einfach mal Ihr Dentallabor vor Ort!

Laborrundgang
Dentallabore der Zahntechniker-Innungen